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07.05.2010

Emmaus Kurs - Der Weg

Fachtagung mit Prof. Dr. Michael Herbst und Bischof John Finney in Hannover

Die Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD), Berlin, lädt am 23. und 24. September 2010 zu einer Emmaus-Fachtagung nach Hannover ein.

Seit 10 Jahren gibt es den Glaubenskurs "Emmaus" in Deutschland. Inzwischen wurden Handbuch und Basiskurs völlig neu bearbeitet und der deutschen Situation angepasst. Die Fachtagung lädt ein zu Rückblick, Analyse und Vorschau. Auswirkungen und Erfahrungen werden reflektiert und analysiert. Mit Professor Dr. Michael Herbst, Greifswald, soll überlegt werden, wie es in den nächsten Jahren mit "Emmaus" in Deutschland weitergehen kann.

Gleichzeitig ist auch der Blick in die Emmaus-Praxis in England möglich. Altbischof John Finney, zugleich Initiator und Verfasser wird mit einem "Praktiker" aus England die dortigen Erfahrungen und Entwicklungen einbringen können.

Termin: Donnerstag, 23. September, 12.30 Uhr bis Freitag, 24. September 2010, 12 Uhr

Tagungsort: Stephansstift Hannover, Zentrum für Erwachsenenbildung, www.zeb.stephansstift.de

Kosten: 99 Euro (EZ) inklusive Vollpension, 25 Euro Tagungsgebühr

Anmeldung: bis 20. August 2010

Einladungsflyer zum Download.

 

"„Emmaus -– Auf dem Weg des Glaubens"“ ist ein missionarisches Konzept für Gemeinden, die Menschen zum Glauben einladen und auf dem Weg der Nachfolge begleiten wollen.

Der Kurs eignet sich für den Einsatz in kleinen Gruppen von fünf bis zehn Personen, in denen Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorerfahrungen in ihrem eigenen Tempo gemeinsame Schritte Richtung Glauben gehen. Das Material ist so konzipiert, dass es ohne aufwändige Vorbereitung von ehrenamtlichen Kleingruppenleitern und –leiterinnen eingesetzt werden kann. Es kann der jeweiligen Gemeinde- oder Gruppensituation sehr flexibel angepasst werden.

Der Kurs eignet sich beispielsweise, um im Kirchenvorstand geistlich miteinander zu arbeiten. Er kann auch in Hauskreisen, die noch relativ am Anfang stehen, eingesetzt werden. Möglich ist auch, Tauf- oder Konfirmandeneltern, die ihre Kenntnisse über die biblische Botschaft auf-
frischen wollen, für die Teilnahme an einem Emmaus-Basiskurs zu gewinnen. Darüber hinaus ist der Kurs auch ein Angebot für sog. Kirchendistanzierte oder Entkirchlichte, die sich über die "Basics des Glaubens" informieren wollen. Sicherlich gibt es noch weitere Zielgruppen in der Gemeinde, in denen sich der Einsatz des Kurses anbieten würde.

Für einen Abend werden rund 90 bis 120 Minuten veranschlagt. Sie zeichnen sich aus durch bestimmte wiederkehrende Elemente (z.B. persönlicher Erfahrungsbericht, Bibelstudium, lockerer Ausklang u.a.) als auch durch vielfältige Methodenauswahl (Diskussion, Einsatz von Filmen und Texten, Gruppenarbeitsphase u.v.m.).

Phasen
Im englischen Original des Emmaus-Kurses werden immer wieder die drei Phasen des "Emmaus-Weges" herausgestellt:

* Contact – Begegnen
* Nurture – Begleiten
* Growth - Bestärken

Phase 1: Contact - Begegnen
Beim Emmaus-Kurs handelt es sich nicht nur um einen Glaubenskurs, sondern um einen Prozess oder eine Wegstrecke, auf die sich eine Gemeinde einlässt. Der Emmaus-Weg beginnt nicht erst mit dem ersten Kursabend, sondern dann, wenn sich eine Gemeinde auf den Weg zu den "Entkirchlichten" macht. Wie diese Begegnungen mit den Menschen außerhalb der Gemeinde initiiert und inszeniert werden können, davon handelt ein großer Teil des Handbuchs.

Phase 2: Nurture - Begleiten
Eine der zentralen Aussagen der Studie Finding Faith Today, auf deren Grundlage der Emmaus-Kurs konzipiert wurde, lautet: "Dazugehören kommt vor dem Glauben".

Menschen, die sich auf den Weg des Glaubens machen, erwarten, dass ihnen Wertschätzung entgegen gebracht wird und sie Freundschaft erleben. Dass aus Neugier am christlichen Glauben eine Glaubenserfahrung wird, gelingt oft erst, wenn sich auf der Beziehungsebene Vertrauen entwickelt hat. Viele Menschen sind erst in einer vertrauensvollen Umgebung bereit, sich wirklich zu öffnen und die Frage nach dem Glauben an ihr Herz heran zu lassen.

Aus dieser Erfahrung heraus spielen beim Emmaus-Kurs diejenigen, die einen Menschen auf dem Weg des Glaubens begleiten, eine entscheidende Rolle. Sie werden Weggefährten genannt. Durch die Weggefährten erfahren Suchende Freundschaft und Wertschätzung. Sie lernen dadurch, sich als Teil einer Glaubensgemeinschaft zu sehen. Durch den Weggefährten entstehen Beziehungen zwischen dem Suchenden und einzelnen Mitgliedern der Gemeinde.

Es empfiehlt sich daher, dass Suchende und Weggefährten gemeinsam eine Emmaus-Gruppe bilden. So wird der Basiskurs zu einer Art Mikrokosmos der Gemeinde: Am Glauben interessierte Menschen und überzeugte Christen entdecken und erfahren gemeinsam, was es bedeutet, mit Christus zu leben. Die Aufgabe des Weggefährten ist es, ein liebevoller Begleiter und lebendiger Wegweiser zu Christus zu sein. Jeder kann Weggefährte sein.

Der Emmaus-Kurs knüpft an die altkirchliche Tradition des begleiteten Taufweges an.

Phase 3: Growth – Bestärken
Eigentlich heißt "growth" im Deutschen "Wachstum". Diejenigen, die im Basiskurs "Feuer gefangen" haben und noch tiefer in den Glauben einsteigen wollen, werden nach dem Abschluss des Basis-
kurses nicht einfach alleingelassen. Für diese Menschen bietet sich die Möglichkeit weiterführender Kurse.

Weitere Elemente, die den Emmaus-Kurs bereichern können und sinnvoll sind:

Schnupperabend
Eine bereits bestehende Emmaus-Gruppe sollte Interessierte zu einem Informationsabend einladen. Wichtig ist dabei zu beachten: Es sollte ein Termin gewählt werden, an dem viele kommen können. Einladungsflyer können verteilt werden, aber die persönliche Einladung hat i.d.R. mehr Gewicht. Am besten ist es, wenn Freunde nicht nur eingeladen werden, sondern dass man mit ihnen gemeinsam den Schnupperabend besucht. Es sollte eine angenehme Atmosphäre hergestellt werden, z.B. durch einen Imbiss. Wichtig ist ebenfalls Transparenz: die Interessierten sollten sich am Ende des Abends so gut informiert fühlen, dass sie wissen, auf was sie sich einlassen.

Verschiedene Gottesdienste als Wegmarken
z.B. Tauferneuerungsfeiern usw. Vorschläge dafür finden Sie im Kursbuch 1 (Basiskurs).

Weitere Informationen zum Emmaus Kurs
von der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienst (AMD).

 

Neuer Emmaus-Materialflyer (2010) als pdf Seite 1 / Seite 2

 

 

Verfasser: Beate Stecher