Gottesdienst in kleiner Zahl

Liebster Jesus wir sind vier - Gottesdienst mit kleiner Teilnehmerzahl. Diese Arbeitsgruppe fand statt bei "AUFBRUCH Gottesdienst".

Zum Gottesdienst versammeln sich ca. 5 Gemeindeglieder, Küsterin, Pfarrerin und Organist. In manchen Gemeinden ist das Realität.

Es werden Eindrücke aus der Beteiligten aus einem Workshop weitergegeben, der sich mit folgenden Fragen befasste:

Wie geht es den Beteiligten mit der Situation?

Wie kann man in solch kleiner Runde fröhlich und zuversichtlich Gottesdienst feiern?

Wie können wir bei kleiner werdenden Ressourcen gottesdienstliches Leben nicht nur erhalten sondern aufbauen?

Welche Erfahrungen und welche Alternativen gibt es?

1. Das ist ein Thema - sowohl für die, die Gottesdienste halten als auch für die, die sie besuchen. Beide Gruppen waren in dem Workshop gut vertreten.

2. Alle waren sich darin einig, dass eine geringe Besucherzahl kein Grund ist, den Gottesdienst ausfallen zu lassen. Auch eine kleine Schar kann miteinander singen, beten und auf Gottes Wort hören. Die Menschen, die kommen, wollen ernst genommen werden. Sie sind wichtig und ihr Gottesdienst ist wichtig.

3. Die Menschen auf der Kanzel, Pastoren und Lektoren/ Prädikanten/innen haben mehr Schwierigkeiten mit kleinen Besucherzahlen als die, die unter der Kanzel sitzen. Das hängt damit zusammen, dass sie sich aufwändig vorbereitet haben und damit, dass sie sich verantwortlich fühlen.

4. Die Erwartungen der Gottesdienstbesucher sind sehr unterschiedlich:
- die einen wünschen sich Kontinuität. Sie möchten auf ihrem (Stamm-)platz sitzen und die vertraute Liturgie feiern. Wenn z.B. der Prediger den Altarraum verließe und zu ihnen nach hinten käme, wäre das für sie eher störend.
- die anderen möchten enger zusammenrücken: Stühle in den Altarraum stellen und miteinander ins Gespräch kommen.
- eine verkürzte Gottesdienstform empfinden die einen als angemessen, die anderen sehen darin eine Nichtachtung der Anwesenden.

5. Die Empfindungen der Prediger ähneln sich:
- ihnen fehlt der Kontakt zur Gemeinde, wenn in einer großen Kirche wenige Besucher verstreut und meist in den hinteren Reihen sitzen.
- der Vorschlag, bei wenigen Besuchern den Gottesdienst zu verkürzen, ist keine befriedigende Lösung.
- es ist oft schwierig, eine Predigt spontan zu kürzen. Es gibt auch keinen logischen Grund dafür.
- es ist sehr schwierig, statt der Predigt spontan ein Bibelgespräch zu führen. Damit fühlen sich (nicht nur) Lektoren überfordert.
- Unsere übliche Gottesdienstordnung setzt eine Mindestzahl von Besuchern voraus, sonst wird die Wechselgesänge schwierig. Auch der Gesang ist in sehr kleiner Schar oft mühsam.

6. In Gemeinden, in denen eine kleine Besucherzahl die Regel ist, sollten Pastoren, Kirchenvorsteher und Gottesdienstbesucher sich zusammensetzen, um für ihre spezielle Situation eine angemessene Form für ihre regelmäßigen Gottesdienste finden, die Gegenwart Gottes zu feiern und einander zu ermutigen.

7. Insgesamt war der Workshop eine Ermutigung, Gottesdienste mit kleiner Teilnehmerzahl zu feiern und mehr nach guten Formen zu suchen.

Kontakt
Pfarrer Axel Lundbeck und Pfarrerin Claudia Lundbeck, Blankenburg
Tel.: 03944/369075
E-Mail

 

Weitere Informationen

Gottesdienst-Institut Nordelbien

Download "Gottesdienst - die kleine Form" (Veröffentlichung des Gottesdienst-Institutes Nordelbien)

Verfasser: Pfarrer Axel Lundbeck und Pfarrerin Claudia Lundbeck

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