Projekt "Vollere Kirche" Frage: Wie gelingt es, dass die schon existierenden guten Ideen zur Intensivierung von Gottesdiensten nicht wie die guten Vorsätze am Silvesterabend auf der Strecke bleiben, sondern umgesetzt werden? Antwort: Wie die Gruppe Weight Watchers bei dem Vorsatz hilft, ein paar Pfunde zu verlieren, soll die Projektgruppe Gottesdienst - Watchers helfen, darauf zu achten, dass die Gottesdienste insgesamt attraktiver und voller werden. Das würde das ureigenste Anliegen der Kirche, den Gottesdienst, neu zur Geltung bringen. 1. Verschiedenste Menschen, der Kirche nahe stehende, der Kirche fern stehende, kommen in Kirchen und Kapellen bei Gottesdiensten, Amtshandlungen, Konzerten, Kirchenführungen etc. generationenübergreifend in Kontakt miteinander und mit Gott. 2. Somit ist die Kirche und die dort stattfindenden Gottesdienste und Amtshandlungen (einer) der Mittelpunkt(e) des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens, das Angebot, zu dem immer noch die meisten Menschen kommen. Das ist allerdings längst nicht bei allen im Bewusstsein, weil die Gottesdienste als Einzelveranstaltungen und nicht in ihrer Gesamtheit bewertet werden. 3. Ein Projekt Vollere Kirche könnte alle hauptamtlichen, nebenamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sowie verschiedenste Menschen und Frömmigkeitstypen in einem gemeinsamen Vorhaben miteinander verbinden. 4. Ein Projekt wäre in der Lage, die vorhandenen personellen, konzeptionellen, räumlichen Ressourcen einer Gemeinde in ihrer ganzen Vielfalt miteinander zu vernetzen und zu bündeln. 5. Im gottesdienstlichen Bereich ist Kooperation in unterschiedlichster Form und auf Zeit möglich, zwischen Aktiven und Teilnehmenden, zwischen Einzelnen und Gemeindekreisen, zwischen benachbarten Gemeinden und innerhalb der Propstei. 6. Ein Projekt Vollere Kirchen würde kaum Kosten verursachen. Es wäre medienwirksam. Und es könnte alle Beteiligten beflügeln, sich gemeinsam zu engagieren und lustvoll einzubringen. 7. Es wäre gut, wir würden nicht nur das beklagen, was uns Probleme macht (die schwierigen Strukturen, das fehlende Geld, die weniger werdenden Hauptamtlichen), sondern uns auf das konzentrieren, was wir am allerbesten können. Und das sollten wir anbieten. 8. Wir haben die Räume (Kirchen), die Zeit (Sonntag), die Anlässe und die Leute. 9. Konzentrieren wir uns mit aller Kraft darauf, aus den zuweilen nur noch routinemäßig ablaufenden Gottesdiensten etwas ganz Besonderes und Attraktives werden zu lassen. 10. Es könnten die Gottesdienste (mit den Nachbargemeinden abgestimmt) an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden. Es könnten sich die Gottesdienste an verschiedene Zielgruppe richten. Es könnte die Gottesdienste auch musikalisch sehr unterschiedlich gestaltet sein. 11. In dem Maße, in dem es uns gelingt, mit den verschiedensten kirchlichen und außerkirchlichen Gruppierungen, Kreisen und Einrichtungen schöne, abwechselungsreiche Gottesdienste zu feiern, sollte es auch möglich sein, mit den Gottesdiensten eine missionarische Strahlkraft zu haben. 12. Und die werden wir haben, wenn wir uns einig sind: Es geht darum, in den Gottesdiensten einander und Gott zu begegnen, miteinander und mit Gott ins Gespräch zu kommen, aufeinander und auf Gott zu hören, Freud und Leid zu teilen. 13. Wo Menschen sich anbetend an der Mitte ausrichten und sich des sie tragenden Grundes vergewissern, finden sie über alle Unterschiede und über alles Trennende hinweg zueinander. 14. Dadurch entsteht eine miteinander und mit Gott verbundene Gemeinschaft von Gleichgesinnten, eine Kirche, die erstens Kirche ist und als solche zweitens für andere da sein kann. 15. Je mehr da mitmachen, und das Projekt Vollere Kirche auf ihre Weise unterstützen, innerhalb wie außerhalb der Gemeinden, unabhängig vom Umfang des Engagements und des Erfolgs, desto größer die Synergieeffekte und desto mehr breitet sich von dieser Mitte her ein neues Miteinander aus. 16. Je besser das Umfeld der Gottesdienste organisiert ist (Musik, Kirchcafé, Abendschoppen, Büchertisch, Weltladen, Mittagessen), desto größer der Erfolg. 17. Da alle ohnehin Gottesdienst feiern und jede Gemeinde das auch weiterhin auf ihre Weise tun kann, zielt das Projekt einzig und allein darauf, unser ureigenstes Anliegen groß zu machen und so effektiv zu gestalten, dass es auch für Außenstehende attraktiver wird. 18. Ziel sollte nicht sein, in jedem Gottesdienst etwas Spektakuläres machen zu wollen, sondern möglichst viele Gottesdienste attraktiver zu gestalten und das nicht immer, aber immer öfter. 19. Wird es gelingen, Menschen für eine Projektgruppe Gottesdienst Watchers zu gewinnen, denen der Gottesdienst ein gemeinsames Nachdenken wert ist?
Verfasser: Hans-Jürgen Kopkow
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